Sommer vorm Balkon

Das Sommerloch sucht regelmäßig auch die Gemeinschaftsgärten heim. Da schlafen Baustellen ein, wird die Teilnahme an Plena und Offenen Gartenzeiten dünner oder ähnliches. Das ist auch gut so, die Saison kann ja nicht immer so intensiv sein, wie im Frühjahr und im Herbst. Dieses Jahr geht’s bei uns schon im August wieder richtig rund mit Workshops, Sommerfesten und anderen Veranstaltungen.

 

Jetzt ist aber für die meisten erst einmal Reisezeit. Und wer versucht, das eigene Leben, gemeinsam mit anderen im Garten, zukunftsfähiger und umweltschonender zu machen, kommt nicht umhin, darüber auch beim Reisen nachzudenken:

 

Dass man durchaus mal nach Mallorca fliegen kann, dann aber für den Rest des Jahres nicht mehr reisen oder essen oder atmen sollte, weil das CO2-Budget (fürs Zwei-Grad-Ziel) dann eben aufgebraucht ist, dürfte bekannt sein. Dass Kreuzfahrtschiffe die Meere, die Orte deren Häfen sie anlaufen und ihre Passagiere hundertmal stärker mit Feinstaub belasten, als Großstadt-Straßenkreuzungen, hat man vielleicht schon mal gehört. Und dass in Deutschland wegen der hauptsächlich durch Autos erzeugten Stickoxidbelastung jedes Jahr 45.000 Menschen verfrüht sterben (und dazu noch an 530 Wildtiere an jedem einzelnen Tag überfahren werden), sollte sich auch langsam rumsprechen. Dass für all das Erdöl und -gas verbrannt wird, und für dieses Privileg im Nahen Osten Kriege geführt werden, wissen wir alle. Wir machen es uns aber noch viel zu selten bewusst.

 

 

Unsere Freunde von Sukuma haben sich vor einiger Zeit intensiv mit den negativen Folgen des Tourismus auseinandergesetzt und großartige Filmclips zum Thema gedreht.

 

Als wir vor ein paar Tagen ein großzügiges Sponsoring-Angebot für unsere Arbeit von einem Reisebüro bekamen, waren diese Formen des Reisen der Grund für uns, „danke, nein“ zu sagen: Wir möchten keine Werbung für diese Art des Reisens machen.

 

Stattdessen möchten wir uns dafür stark machen, dass wir alle uns der Herausforderung annehmen, unsere Mobilität umweltverträglicher zu gestalten – sowohl im Alltag, als auch bei größeren Reisen – wenn wir als Menschheit auf diesem Planeten eine lebenswerte Zukunft haben wollen.

 

Fragt sich, wie das gehen kann. Der Artikel zu den oben erwähnten Sukuma-Videos enthält auch wertvolle Tipps für nachhaltiges Reisen. Ein ganzes Buch zu dem Thema hat Frank Herrmann geschrieben: Der Ratgeber FAIRreisen ist „für alle, die umweltbewusst unterwegs sein wollen“.

 

Und für alle, die Reisen lieber buchen, als sie selbst zu organisieren, gibt es bei utopia.de eine gut recherchierte Übersicht über Öko-Reiseportale und Tipps für sanften Tourismus. Wenn ihr eher auf Festivals steht, gibt es hier 14 Tipps, wie man dabei die Müllberge vermeidet.

 

Und man muss ja nicht mal groß wegfahren, um was zu erleben und in die Natur zu kommen. Manchmal reicht auch eine Fahrradtour in die Gemeinschaftsgärten oder Solidarischen Landwirtschaften in Dresden und darum herum. Die sollen ja zur Zeit nicht so überlaufen sein ;) Wir wünschen euch einen schönen Sommer!