Bürgerbeteiligung: Gärten gewollt in der Stadt

Im Herbst des letzten Jahres hat die Stadt Dresden unter dem Motto „Zukunft Dresden 2025+“ ein Beteiligungsverfahren ausgerufen, bei man eingeladen war, „Dresdens Zukunft gemeinsam zu denken„, um so ein „Strategiepapier für Dresdens Zukunft“ zu entwickeln.

Zu diesen durchaus reizvollen Fragestellungen gab es u.a. Stadtspaziergänge sowie eine Online-Umfrage, an denen bis zu 1000 Bürger teilgenommen und ihre Meinung eingebracht haben.

Spannend  finde ich das insofern, als dass auch wir mit dem Verein UFER-Projekte uns unter anderem solcherlei Fragen stellen – „Wie steht es heute um Dresden und in was für einer Stadt wollen wir im Jahr 2025 leben?“, welche Stadt wünschen wir uns, wie gehen wir mit den auf uns zukommenden Herausforderungen um…

Nun hat die Stadt inzwischen erste Ergebnisse veröffentlicht.
Meines Erachtens ist eine Beteiligung von 300-1000 Menschen kaum repräsentativ, inwieweit dieses (nicht wirklich niedrigschwellige/inklusive) Verfahren also tatsächlich Gültigkeit und Aussagekraft für die eingeschlagene Richtung der Zukunft Dresdens 2025+ hat, bleibt für mich durchaus fraglich. Aber es ist zumindest begrüßens- bis bemerkenswert, dass auch in Dresden die Stadt Bürgerbeteiligung anregt.

Unter dem Schwerpunktthema „Dresden als Ressourcenschonende Stadt“ gab es bspw. folgende Äußerungen:

  • verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien (Wärmespeicher, Solarenergie)
  • Ausbau und Steigerung der Attraktivität des ÖPNV
  • mehr kostenfreie Park& Ride Parkplätze am Stadtrand
  • Dresden soll radfahrfreundlicher werden
  • innerstädtische Wohnbebauung fördern
  • verstärkt Passivenergiehäuser bauen
  • Grünflächen erhalten und neue schaffen
  • Brachflächen als Bürgergärten nutzen
  • Frischluftschneisen nicht verbauen
  • keine Windkraftanlagen innerhalb der Stadtgrenzen

Möglicherweise sind unsere Bemühungen also nicht ganz aus der Luft gegriffen, es scheint (u.a.) einen Wunsch nach (weiteren) Bürgergärten zu geben.
Was aus diesen Ergebnissen und Äußerungen wird und auf welche Weise diese tatsächlich eine Grundlage zukünftigen städtischen Handelns darstellen, werden wir sehen. Wenn öffentliche Stellen erkennen, dass es bereits eine ganze Menge engagierter und kompetenter Bürger und Initiativen gibt, die sich aktiv mit solchen Fragen beschäftigen und sich (unter anderem) für eine ressourcenschonende Stadt, Partizipation und Bürgergärten einsetzen, dann wäre das immerhin was…

Eine gänzlich offen gebliebene Frage ist natürlich, wer all diese Wünsche auf welcher Legitimation, mit welchen Ressourcen und Kompetenzen umsetzen und ein entsprechendes Dresden schaffen könnte – sind es die vielgepriesenen Marktmechanismen, sind es Bürgerinitiativen, ist es die öffentliche Institution Stadt, ist es eine engagierte Zivilgesellschaft, ist es das Unternehmen Stadt … ??

alle Zitate stammen von www.dresden.de – Details zum Beteiligungsverfahren