Oasen für Erholung und Entfaltung, eine Umfrage in den UFER-Gärten

Wir haben euch in einer Online-Umfrage gefragt, wie es euch in den Gärten geht, was sie euch bringen, welche Probleme es gibt und was ihr vermissen würdet, wenn es sie nicht mehr gäbe.

Die Antworten zeigen spannende Neuigkeiten über die Projekte, aber auch vieles, was wir ahnten. Deshalb hier mal die interessantesten Ergebnisse:

 

Wie sind Aktive ursprünglich auf „ihren“ Gemeinschaftsgarten aufmerksam geworden?

  • Die meisten Leute haben von den Gärten, in denen sie aktiv sind, durch persönliche Empfehlungen erfahren (ein Drittel), oder eben im Vorbeigehen (ein Viertel).
  • Flyer haben ungefähr ein Zehntel der Leute in den Garten gebracht und sind am ehesten im hechtgruen und im Bönischgarten wirksam gewesen.

 

Wie oft sind Leute im Gemeinschaftsgarten?

  • Etwa die Hälfte der Aktiven ist ungefähr ein bis zwei mal pro Woche (oder ein bisschen seltener) im Garten.
  • Ungefähr ein Viertel ist zweimal in der Woche oder öfter im Garten. (Ausnahme hierbei ist der Böhnischgarten, der nicht so häufige Besuche erfährt.)
  • Mehr als ein Viertel kommen nur etwa einmal im Monat. Am meisten dieser spontanen Besuche haben das Wurzelwerk und der Gemeinschaftsgarten Johannstadt, am wenigsten der Kleine Garten.

 

Was ist Menschen im Gemeinschaftsgarten eigentlich am wichtigsten?

Wir haben acht Aspekte zur Auswahl gestellt, die die Befragten im Durchschnitt aller UFER-Gärten folgendermaßen von wichtig zu weniger wichtig geordnet haben:

  • Gemeinschaftsgefühl erleben
  • Gärtnern
  • Gemeinschaftlichen Handeln
  • konkret nachhaltiger handeln
  • Chillen
  • Bauen
  • Ideen für Nachhaltigkeit lernen
  • anderen etwas beibringen

  • In den meisten Gärten ist das Erleben von Gemeinschaftsgefühl am allerwichtigsten. Vor allem im Bönischgarten und um Kleinen Garten wurde das besonders hoch bewertet. Im Gemeinschaftsgarten Gorbitz und im Wurzelwerk steht es an zweiter bzw. dritter Stelle.
  • Natürlich steht in allen Gärten das Gärtnern auch hoch im Kurs, im Gemeinschaftsgarten Gorbitz und im Wurzelwerk sogar an erster Stelle. Im Gemeinschaftsgarten Johannstadt kommt es aber zum Beispiel auch erst an fünfter Stelle.
  • Das gemeinschaftliche Handeln wird vor allem im Wurzelwerk, Bönischgarten und Gemeinschaftsgarten Gorbitz besonderns hoch bewertet.
  • Das ganz konkrete nachhaltigere Handeln wird vor allem im Kleinen Garten und im hechtgruen hochgeschätzt.
  • Das Chillen ist besonders den Nutzer*innen im Wurzelwerk und hechtgruen sehr wichtig (hier wird es an dritter bzw. vierter Stelle genannt).
  • Das Bauen ist vor allem im Gemeinschaftsgarten Johannstadt prägend.
  • Ideen für Nachhaltigkeit zu lernen ist vor allem im Wurzelwerk wichtig und
  • anderen etwas beizubringen ist vor allem im Wurzelwerk und im Gemeinschaftsgarten Johannstadt beliebt.

 

Was hat der Gemeinschaftsgarten seinen Nutzer*innen tatsächlich schon gebracht?

Hierzu haben wir sieben Aspekte zur Auswahl gestellt, die die Befragten im Durchschnitt aller UFER-Gärten folgendermaßen geordnet haben (von sehr viel zu eher wenig):

  • neues interessantes Wissen (am meisten im Wurzelwerk, am wenigsten bisher im Kleinen Garten)
  • neue Freunde (am meisten im hechtgruen und Bönischgarten, bisher am wenigsten im Wurzelwerk)
  • wohltuende und hilfreiche Bekanntschaften haben die Befragten in den UFER-Gärten im Durchschnitt 12 dazu gewonnen (am meisten im Bönischgarten, am wenigsten bisher im Wurzelwerk, im Gemeinschaftsgarten Gorbitz ist der geringste(!) angegebene Wert 7 ).
  • viele neue Fragen (vor allem im Wurzelwerk, bisher am wenigsten im Kleinen Garten)
  • Möglichkeiten, eigene Talente und Wissen einzubringen (am meisten im Gemeinschaftsgarten Gorbitz, am wenigsten bisher im Wurzelwerk)
  • praktische Anregungen für nachhaltigeres Leben (Spitzenreiter Gemeinschaftsgarten Johannstadt, bisher am wenigsten im Bönischgarten)
  • mehr Sozialkompetenz (am meisten in den Gemeinschaftsgärten Gorbitz und Johannstadt, am wenigsten bisher im Wurzelwerk)

 

Gefragt nach wichtigen Problemen im Garten, geben die Befragten vor allem folgendes an:

  • wenig Verbindlichkeit, Verantwortungsübernahme und Beteiligung und Gemeinschaftsarbeiten
  • sehr unterschiedliche Vorstellungen übers Gärtnern
  • Vandalismus und Vermüllung durch Fremde (v.a. im Bönischgarten)
  • unterschiedliche Kommunikationsstile
  • fehlende Absprache und wenig Teilnahme an Plena
  • seltener, aber auch eine Rolle spielen z.B. persönliche Konflikte, zu viel Privatgärtnerei, weggeerntete Früchte oder nicht (gut) funktionierende Anlagen, wie z.B. der Teich oder der Kompost

 

Befragte, die einen Gemeinschaftsgarten verlassen haben

  • geben als Gründe dafür vor allem Zeitmangel wegen anderer Verpflichtungen und Engagements an.
  • Aber auch Wegzüge oder ungünstige Offene Gartenzeiten sind wiederholt Gründe.
  • Hin und wieder spielen auch angespannte Stimmung und Schwierigkeiten im Miteinander eine Rolle.

Beeindruckende Nachhaltigkeits-Erlebnisse

Am zweithäufigsten werden hier die Kompost-Toiletten in den Gärten und das mobile UFER-Kompostklo genannt, weil damit nicht nur Ausscheidungen zu Erde werden, sondern auch ganz viel Trinkwasser und Energie gespart wird.

Das Beeindruckendste ist aber scheinbar das Bauen und Werkeln mit wiederverwendeten Materialien und „dass man sehr viel Projekte realisieren kann, ohne Dinge einzukaufen, also vor allem mit Resten und Abfällen arbeitet“, sowieder „Fokus auf das, was an Ressourcen schon da ist“.

Wiederkehrend genannt werden aber auch:

  • der Spaß, mit Schwarmintelligenz Orte zu gestalten und sich langfristig entwickeln zu sehen
  • weitgehender Verzicht auf Strom und fossile Brennstoffe, dafür angepasste Technologien: Rocket Stove, Solartrockner, Pizzaofen, Lastenräder, Pedalgenerator …
  • die Freude über selbstgezogenes Gemüse, Früchte und Kräuter
  • gärtnerische Techniken: Mulchen, Kompostieren, …
  • energiesparende Lebensmittelverarbeitung: Fermentation, Haltbarmachen,
  • Biodiversität: Bienenzucht, Wildinsekten, Blühwiesen, Weidenzäune, …
  • Zusammenbringen verschiedenster sozialer Milieus, Inklusion
  • Kooperation mit Akteuren aus der Nachbarschaft und der Stadtgesellschaft
  • und viele andere

 

Wünsche für die Zukunft

haben die Befragten viele. Vor allem wurden gewünscht:

  • dass die Gärten bestehen bleiben können und nicht verdrängt werden
  • noch mehr Interesse der Nachbarschaften
  • größere Wertschätzung und Unterstützung durch die öffentlichen Institutionen
  • noch mehr Nachhaltigkeits-Lernen und entsprechende konkrete Veränderung der Alltagspraxis
  • mehr Verantwortungsträger*innen, mehr Einsatz für Pflegeaufgaben
  • mehr Kooperationen zwischen den Gärten und mit anderen Einrichtungen im Stadtteil
  • mehr junge Menschen im Garten
  • bessere Vorsorge für Trockenzeiten
  • (Bildungsangebote für) bessere zwischenmenschliche Kommunikation
  • mehr Spielmöglichkeiten für Kinder
  • Unterstützung bei der Umsetzung von Projekten
  • Konstruktivität und Leichtigkeit in der Problemlösung
  • mehr Gemeinschaftsaktionen und offene Angebote für den Stadtteil
  • manche sind aber auch einfach „wunschlos glücklich“.

 

Und zum Abschluss noch die tollen Antworten der Umfrageteilnehmer*innen auf die Frage „Was würdest du vermissen, wenn es den Gemeinschaftsgarten nicht mehr gäbe?“:

  • einen schönen Ort
  • lustige Leute
  • die Obstbäume und Bienen
  • die Nähe zur Laborschule (Gorbitz)
  • reich gefüllte Brunch-Tische
  • Gärtner*innen auf der Straße treffen und quatschen
  • mein abendliches Rumgärtnern
  • eine Oase inmitten des Stadtteils
  • Gärtnern mit netten Menschen
  • das Erleben dieses Fleckchen Erdes im Jahreslauf mit all seinen Tieren und Pflanzen
  • den Garten und die Menschen, die dort zusammen kommen
  • den Ort, als Lernraum.
  • die Menschen
  • die sozialen Kontakte, das Betätigungsobjekt, Erfahrungen sammeln, gärtnern, Gemeinschaft
  • die vielseitigen Menschen
  • das zufällige Treffen
  • den grünen sich weiterentwickelnden Freiraum,
  • die Aktiven rumwerkeln zu sehen,
  • Aktivität mit der Erde
  • den Ort für spontane Begegnung mit den tollen Menschen
  • einen grünen Treffpunkt im Stadtteil
  • einen Treffpunkt für tolle Menschen z.T. Freunde aus der Nachbarschaft, den wir selber zu einer Oase gemacht haben
  • ein Fleckchen Heimat
  • Freiheit
  • einfach alles an ihm
  • einen Ort der Gemeinschaft und des Naturerlebnisses in meinem Wohnviertel
  • das Grüne im Stadtviertel ;)
  • die Menschen
  • die gemeinsamen Veranstaltungen
  • sozialen Austausch ganz unterschiedlicher Menschen
  • Vielfalt im Viertel
  • Lebensraum für Menschen und Tiere
  • einen Freizeitort
  • ein politisches Zeichen, dass Städte mehr sind als Gebäude
  • einen offenen Raum für alle Interessierten
  • einen niedrigschwelligen offenen Ort für den Stadtteil
  • eine grüne Oase, die gemeinsam gestaltet werden kann, abseits von Parks und Wiesen
  • einen Ort, der viele Jahre und persönliche Erlebnisse spiegelt und integrierende Kraft hat
  • die Pflanzen und die schönen Sommerabende im Garten
  • einen Lernort für Gemeinschaft und Nachhaltigkeit
  • das Fleckchen Natur
  • die Farben
  • den offenen Treff
  • einen Ort, an dem ich mal mitgewirkt habe und an den ich gerne hin und wieder zurückkomme und einfach mal gucke, ob jemand da ist und wie es so aussieht
  • die Johannis- und Stachbeeren ;-)
  • die bunte Gemeinschaft und die netten Kontakte
  • das Arbeiten und Entspannen an der frischen Luft
  • den lustigen Plenums-Brunch
  • einen wunderbaren Ort
  • gemeinsames Grün in der Stadt
  • Gemeinschaft
  • das Gärtnern im Grünen
  • eine Wohlfühloase in der Stadt
  • einen Ort zum Ausprobieren
  • einen Raum für gemeinsamses (Er)Leben
  • den schönsten Ort in Strehlen
  • meinen Ruhepol
  • die Kräuter
  • den Brunnen
  • den Ort der Gemeinschaft (wir alle würden uns ohne den Garten kaum sehen)
  • Lagerfeuer
  • Gemüse aus eigener Ernte
  • den Hängemattenplatz
  • den Kompost für unseren Biomüll
  • die Sommerfeste
  • die Suppe überm Feuer
  • die schnelle Erholung in der Natur unter der Woche
  • nette Gespräche
  • das Natur Erleben
  • gemeinsam Projekte gestalten können
  • der Natur beim Wachsen zuzusehen
  • die offene Gartenzeit als garantierte Zeit, in der ich draußen bin und was körperlich mache (und ein paar nette Menschen um mich habe)
  • Gemeinschaft
  • einen Ort der Ruhe
  • einen Rückzugsort
  • Naherholung
  • die Gemeinschaft
  • gemeinsam etwas schaffen
  • Spaß
  • draußen sein
  • die Tage draußen im Garten mit den Freunden und vielen Kindern zu verbringen
  • der Kontakt zu neuen, noch fremden Anwohner*innen
  • den Kontakt zu den Gartenbekanntschaften
  • einen Ort, an dem meine Kinder frei spielen dürfen und an dem ich meine Freunde treffe
  • die Möglichkeit, zu gärtnern, nicht nur auf dem Balkon und selbst gezogene Pflänzchen einzupflanzen oder zu überwintern
  • den Kontakt zur Nachbarschaft
  • coole Leute um die Ecke
  • einen Ort, an dem ich spannende Menschen in schönster Atmosphäre treffen kann
  • die Organisatoren und Menschen
  • Lagerfeuer
  • das Tomatenzelt
  • den Mail-Verteiler
  • die Hoffnung auf ein weiteres Gemeinschaftsgartenjahr ;-)
  • die Idee
  • die Infos über die Workshops!
  • das gemeinsame Bewirtschaften eines Gartens mitten in der Stadt zusammen mit vielen verschiedenen Menschen
  • einen Ort zum Seele baumeln lassen und Freunde treffen in meiner unmittelbaren Nachbarschaft
  • den Ort
  • mein Beet
  • das schöne Gefühl, dass man dort etwas zu essen wachsen lassen kann

»Der Garten hat sich für mich und viele andere Gärtner schon jetzt zu einem kleinen grünen Rückzugsort entwickelt, an dem man nach der Arbeit Ruhe findet und der Hektik der Stadt entgehen kann. In der grünen Oase wachsen die vielfältigsten Gemüse und man kann sich mit Freunden zum Grillen oder einem kleinen Feierabendbier treffen. Der Kontakt zu den anderen Gärtnern eröffnet komplett neue Blickwinkel, erweitert den Horizont und bringt spannende Menschen mit einem gemeinsamen Interesse in Kontakt. Mir macht die Gestaltung der Flächen mit viel eigener Kreativität, Freiraum und den praktischen handwerklichen Arbeiten großen Spaß. Es ist schön, die Entwicklung der Tiere und Pflanzen, sowie des gesamten Gartens zu beobachten. Die Mitgärtner haben ihre eigenen Spezialgebiete, von denen man lernen und damit profitieren kann. Ich habe das Gefühl, mir würde eine ganze Menge fehlen, wenn es den Garten nicht mehr gäbe.« (aus dem Wurzelwerk)

Vielen Dank an alle, die an der Umfrage teilgenommen haben und alle, die die Gärten mit so viel Engagement zu so wertvollen Orten im Stadtteil machen!